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Von Guatemalas Bussen, Dörfern und Ruinen

by - 4 Dez 2010

Das Reisen mit öffentlichen Verkehrsmitteln war in unseren Reiseländern meist unbequem und langwierig. Guatemala ist da keine Ausnahme. Hier werden ausrangierte Schulbusse aus den USA benutzt, deren für Kinder ausgelegte Sitzreihen noch enger gestellt werden, damit mehr Leute in den Bus passen. Wenn dann auf dem Dach kein Platz mehr für das Gepäck ist und von der Reisetasche bis zur Zuckerwatte alles auf und zwischen den Fahrgästen platziert werden muss, wird die Enge unerträglich. Der Bus holpert über Schlaglöcher, während sich der Schaffner bei voller Fahrt aus der offenen Tür hängt, um mit lautem Gerufe neue Fahrgäste einzusammeln oder den Fahrer auf Hindernisse aufmerksam zu machen. Da es keine Bushaltestellen gibt, hält der Bus oft alle 500m an, um neue Leute ein- und aussteigen zu lassen. Kein Wunder, dass man so für eine Strecke von 200km rund 7 Stunden braucht..!

Ein fuer guatemaltekische Begriffe halbvoller Bus

Glücklich ist, wer es schafft, nun zumindest die Reisewarnungen des Auswärtiges Amtes zu verdrängen, damit man sich wenigstens über die persönliche Sicherheit keine Sorgen mehr macht. Denn zur Beruhigung tragen solche Zeilen sicherlich nicht bei:

„Guatemala hat eine der höchsten Kriminalitätsraten in Lateinamerika. Vor allem im Stadtgebiet von Guatemala-Stadt, aber auch im Landesinneren, kommt es täglich zu bewaffneten Überfällen, deren Opfer häufig auch Touristen sind. Die Hemmschwelle beim Einsatz von Gewalt ist sehr niedrig. […] Waffen sind weit verbreitet. Grundsätzlich muss von der Bereitschaft zum Waffeneinsatz ohne irgendeine Warnung ausgegangen werden. […] Überlandbusse sind vermehrt das Ziel bewaffneter Banden geworden. Sie sollten während der Reise in Überlandbussen und in den Busbahnhöfen ständig auf Ihr Gepäck achten (möglichst nicht aufs Dach des Busses verladen lassen) und das Handgepäck niemals aus den Augen lassen. Die öffentlichen Busse sind zumeist in schlechtem technischem Zustand, so dass beträchtliche Unfallgefahr besteht. Reisen sollten sich auf die Hauptstraßen beschränken. Im Landesinneren sind Nebenstraßen sowie Überlandfahrten nach Einbruch der Dunkelheit zu vermeiden.“
(Auswärtiges Amt, Stand Nov. 2010)

Da die privaten Minibus-Shuttles wesentlich sicherer und schneller sind, haben wir nach Möglichkeit von diesem deutlich teureren Service Gebrauch gemacht. So haben wir uns von dem bergigen Hochland des Südens in die Dschungelregion des Nordens aufgemacht. Auf halbem Weg haben wir einen Abstecher bei den natürlichen Badebecken von Semuc Champey gemacht. Wenn man dann in dem türkisen Wasser, eingerahmt von der Vegetation des Urwaldes, planscht, ist man überzeugt, dass dies einer der schönsten Badeorte der Welt sein muss!

Sinterterrassen von Semuc Champey

Unser nächstes Ziel war der Ort Flores, in dessen Umgebung sich mehrere faszinierende Mayastätten befinden. Bevor wir uns dahin aufgemacht haben, wollten wir aber noch einmal die gängige Touristenroute verlassen und ein einfaches Mayadorf besuchen. Dazu haben wir uns in ein Tourbüro begeben, unsere Reisewünsche erläutert und einen Fahrer gefunden, der einen solchen Ort kannte. So standen wir am nächsten Morgen nach 1 ½ stündiger Fahrt in einem ganz normalen Dorf, wo noch heute Maya-Nachfahren in einfachen Häusern leben und Keq’chi sprechen. Die Bewohner waren über unseren Besuch sichtlich überrascht. Sie kamen aus ihren Häusern gelaufen, haben uns freundlich gewunken und standen dann kichernd hinterm Zaun. Wir sind jedes Mal wieder gerührt, wenn wir solch eine Herzlichkeit und freundliche Neugier gegenüber Fremden erleben!

Einfache Haeuser eines Mayadorfes, Guatemala Im Mayadorf

Am Nachmittag hat uns der Fahrer zur Mayastätte von Yaxha gebracht, die sich mitten im Urwald befindet. Da nur wenige Touristen hierher kommen, leben die Tiere des Waldes hier sehr ungestört. Dadurch sind die Chancen für eine erfolgreiche Tierbeobachtung sehr hoch. Tatsächlich wussten wir gar nicht, wo wir zuerst hinschauen sollten. Es wimmelte von Affen und Vögeln in den Baumwipfeln, Nasenbären und bunte Truthähne durchstreiften das Unterholz und winzige Fröschlein sprangen uns vor die Füße.

Ein Tucan in Yaxha, Detail Nasenbaer durchstreift Tikal
Dschungel Turkey, Tikal Froeschlein, Yaxha

Bei all den faszinierenden Tieren vergisst man leicht, dass man eigentlich für die Mayaruinen gekommen war. Viele sind noch überwachsen, aber bei den ausgegrabenen Architekturen hat es sich immer gelohnt hinauf zu steigen, um die herrliche Aussicht zu genießen.

Mayaruinen von Yaxha Ueber Baumkronen bis zum Fluss geblickt, Yaxha

Nur etwa 1 Autostunde weiter erhebt sich die majestätische Mayastadt Tikal aus den Baumkronen des Dschungels. Dass dies einst eines der größten und mächtigsten Zentren der Mayakultur war, bezeugen noch heute die ehrfurchteinflößenden Ruinen. Tikal ist ein unvergessliches Muss für jeden, der durch Guatemala reist.

Blick von Templo IV ueber Tikalruinen

Templo V, Tikal Mundo Perdido, Tikal

Die Eindrücke und Erlebnisse unserer letzten Weltreisetage schildern wir Euch schon bald in unserem nächsten Tagebucheintrag…

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From → Guatemala

2 Kommentare
  1. DDlP permalink

    Wehmut? Zu Nikolaus?

  2. Marc-Andre (Quebec) permalink

    Wow.

    Can’t understand anything, but how the hell do you come up with such pictures!

    Well, a era-long travel can’t hurt, can it…

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