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Eine Weltreise geht zu Ende

by - 23 Dez 2010

Vierzehn Tage vor dem Rückflüg in die deutsche Heimat hatten wir den städtebaulichen Tiefpunkt unserer Reise erreicht: Ohne Zweifel war Rio Dulce der wohl grässlichste Ort, der uns bei unserer gesamten Erdumrundung untergekommen ist. Bezeichnend genug: Das beste Hotel, das wir in der Stadt finden konnten und in dem wir uns schließlich einquartiert haben, befand sich unterhalb der Autobahnbrücke.
Der am Ufer des Izabal-Sees gelegene Ort besteht aus einer Häuser- und Ladenzeile entlang einer Autostrasse, über die Tag und Nacht riesige Trucks mit unsäglichem Lärm brettern. Rio Dulce gleicht einer bewohnten Autobahnraststätte: Alle Truckfahrer, die den Ort passieren, halten hier an, um bei laufendem Motor eine Essenspause einzulegen. So haben auch wir unser Essen stets eingehüllt in eine dunkle Abgaswolke eingenommen. Dabei wurde uns gerne von angetrunken, Exil-Amerikanern Gesellschaft geleistet, die sich ein Rentnerleben im eigenen Land nicht mehr leisten konnten. Small-Talk-Unterhaltungen wurden aber glücklicherweise durch die ohrenbetäubende Umgebungslautstärke der knatternden Motoren verhindert.

Hauptstrasse von Rio Dulce

Es stellt sich die Frage: Was zum Teufel hatten wir an diesem grässlichen Ort verloren?!? Die Antwort: Es lockte uns der nahegelegene heiße Wasserfall der Finca El Paraiso, der sein warmes Thermalwasser in ein kaltes Badebecken gießt! Dieser natürliche Swimmingpool ist inmitten des Waldes in eine traumhaft schöne Kulisse aus Felsen und Schlingpflanzen eingebunden. Wenn einem dann der heiße Wasserfall auf die Schultern prasselt, sind alle Anspannungen vergessen und man kann leicht die Zeit vergessen. Das Spa-Angebot wird abgerundet durch eine natürliche Dampfsauna, die sich hinter der Felswand des Wasserfalls befindet und die von dem heißen Dampf des Wasserfalls aufgeheizt wird. Spätestens hier verblasst das abschreckende Bild von Rio Dulce und man ist sich sicher, dass der Weg die Mühe wert war.

Heisser Wasserfall der Finca El Paraiso

Am nächsten Tag haben wir Rio Dulce schnell hinter uns gelassen – sofern man eine Fahrtzeit von 7 Stunden auf 250km als schnell bezeichnen kann. Es hat sich herausgestellt, dass wir auch mit dem „Direktbus“ noch dreimal umsteigen mussten und dabei haben wir so manches Dörfchen auch zweimal durchquert. Unser Ziel war der Ort Copan in Honduras, der nur wenige Kilometer hinter der guatemaltekischen Grenze liegt und für seine Mayaruinen berühmt geworden ist. Besonders nach Rio Dulce war es eine Wohltat durch das ausgesprochen gepflegte und schöne Copan mit seinen bunten, historischen Häusern zu schlendern. Unsere Lebensgeister wurden nach der anstrengenden Anreise auch gleich wieder mit regionalem Kaffee und einem Quark-Flan in einem der netten Straßencafes geweckt.

Blick von oben auf die Gran Plaza in Copan, Honduras

Auch wenn wir nun schon recht viele Mayastätten besucht haben, wollten wir uns den Umweg durch Honduras dennoch nicht sparen, da die Ruinen von Copan die schönsten Werke der Maya-Bildhauerkunst bereit halten und die Anlage zum Unesco Weltkulturerbe erklärt wurde. Tatsächlich fanden sich überall beeindruckende Skulpturenfragmente und meisterhafte Reliefs, die die Geschichten der Maya bis in unsere Zeit überliefert haben.

Stele vom Mayaherrscher, Copan, Honduras Friedrich bewundert die Stele vom Mayaherrscher, Copan, Honduras
Sarah in Copan, Honduras Tempelfigur, Copan, Honduras

Am nächsten Tag sind wir wieder in Guatemala eingereist, um zu unserer letzten Weltreisestation, nach Antigua, zu gelangen. Diese prachtvolle Kolonialstadt hat sich wunderbar dazu geeignet, um die Weltreise gemächlich ausklingen zu lassen und uns gleichzeitig auf die Heimat einzustimmen. Wir sind durch die farbenfrohen Gassen mit ihren zahlreichen Geschäften gebummelt und haben in Vorbereitung auf die Heimat regelmäßig beim Restaurant „Wiener“ Halt gemacht, um uns dort mit Kartoffelsalat und dem übertellergroßen Schnitzel zu stärken. Selbstverständlich sind wir auch weiterhin unseren touristischen Pflichten nachgekommen und haben die Sehenswürdigkeiten der Stadt besucht. Zweifelsohne haben die Ruinen des durch ein Erdbeben zerstörten Klosters „La Recollecion“ den tiefsten Eindruck hinterlassen.

Ruinen vom Klosterkomplex "La Recollecion", Antigua

Torbogen von Antigua, Guatemala Souvenirmarkt vor barocker Kirchenruine, Antigua

Zwei Tage vor unserer Heimreise haben wir uns zu einem letzten Kraftakt entschlossen und haben in einer mehrstündigen Wanderung Vulkan Pacaya erklommen. Durch das Regenwetter war die Aussicht leider ziemlich getrübt und so kam es, dass der Blick in eine tiefe Lava-Erdspalte der einzige Höhepunkt der Tour werden sollte.

Friedrich wärmt sich an der Lava-Erdspalte, Vulkan Pacaya

Nach einem Jahr Reisezeit haben wir viele wertvolle Erfahrungen und neue Eindrücke gesammelt. Wenn die Bilder in unseren Köpfen besser sortiert sind, wollen wir in einem abschließenden Resümee Bilanz ziehen.

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From → Guatemala

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