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Animal Farm

by - 30 Sep 2010

Wer keine Tiere mag, sollte besser nicht nach Costa Rica kommen. Denn hier wartet jedes Dorf mit einem eigenen Nationalpark auf, wo in jedem Busch Tiere in den praechtigsten Farben leuchten. Wir koennen von Wildtierbeobachtungen nicht genug bekommen und deshalb haben wir uns aus der gemuetlichen Haengematte geschaelt, die Rucksaecke gepackt und die Grenzbruecke von Panama nach Costa Rica ueberquert.

Grenzueberquerung auf der Bruecke von Panama nach Costa Rica

Eine kurze Busfahrt spaeter sind wir in dem Karibikoertchen Cahuita angekommen, das nicht nur mit Entspannung, sondern auch – wer haett’s gedacht – mit einem eigenen Nationalpark lockt. Wir mussten noch nicht einmal einen Fuss in das Nationalparkgebiet setzen, damit Costa Rica sein Versprechen zu unvergesslichen Tierbegegnungen einloesen konnte: Wir sassen gerade gemuetlich beim Abendessen als aus den Baeumen ein Faultier herabkletterte, um sich ueber den Koepfen der Gaeste durch das Gebaelk des Restaurants zu schwingen! Natuerlich hat man ausgerechnet in solchen Momenten den Fotoapparat im Hotelzimmer gelassen…
Am naechsten Tag haben wir auf unserem Spaziergang entlang der schoenen Straende des Parks einige Kapuzineraeffchen entdeckt, die uns ziemlich ueberfluessig fanden und uns mit den Resten ihrer Fruechte beworfen haben.

Kapuzineraeffchen in Cahuita Nationalpark Cahuita

Von Cahuita sind wir weiter in den Norden gefahren in den ¨Tortuguero National Park¨, um den groessten Meeresschildkroeten-Eiablageplatz der Karibik zu besuchen. Um zu beobachten wie tausende von Schildkroeten nach Sonnenuntergang ihre Eier am Strand ablegen und sich danach wieder ins Meer robben, haben wir uns einer Schildkroeten-Tour angeschlossen, die im Rahmen eines Arterhaltungsprogrammes stattfindet. Sobald eine Schildkroete begonnen hat, ihre Eier abzulegen, verbietet ihr der Instinkt aufzuhoeren. Das ist der Augenblick, in dem Volontaere des Nationalparks den Fuehrern Bescheid geben, dass sie ihre Gruppen zu der Schildkroete fuehren koennen.
Es war aeusserst faszinierend die Eiablage aus naechster Naehe miterleben zu koennen, aber die verantwortungslose Herangehensweise der Tourveranstalter hat einen bitteren Nachgeschmack hinterlassen. Die Besucherlimitierungen wurden nicht eingehalten und es fand sich bald eine viel zu grosse Besuchermenge auf dem Strandabschnitt, wobei sich viele Eco-Touris auch noch ungehindert viel zu nah an die Schildkroeten herangewagen konnten. Die Tiere fuehlten sich gestoert und einige sind sogar ohne ihre Eier abgelegt zu haben wieder ins Meer zurueckgekehrt. Noch fragwuerdiger wurde fuer uns das Schutzprogramm als wir feststellen mussten, dass nicht einmal der ganze Strand effizient geschuetzt wird und die Hunde der Dorfbewohner ungehindert frische Nester aufbuddeln und die Eier fressen koennen.

Wir haben uns nicht laenger als noetig aufgehalten und sind zur vulkanischen Landesmitte aufgebrochen. Spektakulaere Postkartenfotos vom Vulkan Irazu und seinem giftgruenen Kratersee (unten links) haben uns an seinen Kraterrand gelockt. Doch anstatt diesen Anblicks, bot sich uns der Vulkan in ganz anderer Weise (unten rechts).

Postkartenbild Vulkan Irazu Vulkan Irazu

Nach einigem ratlosem Herumgesuche in den Nebenkratern, erklaerten uns die Parkaufseher, dass der Kratersee seit einem halben Jahr ausgetrocknet sei.
Nunja, ¨Neuer Vulkan, neues Glueck¨, dachten wir uns und sind zum Vulkan Arenal gefahren. Der Arenal gehoert zu den Top 5 der aktivsten Vulkane der Welt, da er taeglich Aschewolken, Gesteinsbrocken und gluehende Lava in den Himmel spuckt – so zumindest in der Theorie. Wir haben uns fuer eine Lava-Tour entschieden, bei der man neben dem Vulkanbesuch auch noch unter einem schoenen Wasserfall und in heissen Quellen badet und einen Spaziergang zur Tierbeobachtung unternimmt. Das war eine gute Entscheidung, denn auch Vulkan Arenal hat sich eher schuechtern praesentiert und sich hinter einer dunstigen Wolkendecke versteckt. Grosse Hoffnungen werden geweckt mit den Werbebildern (unten links), doch selten werden diese Hoffnungen erfuellt mit dem, was man dann wirklich sieht (unten rechts).

Werbebild Vulkan Arenal Vulkan Arenal im Nebel

Auch wenn wir abends keine Lavastroeme sehen konnten, waren wir mit der Tour doch sehr zufrieden, weil wir u.a. diesen farbenfrohen, kleinen Frosch zu Gesicht bekommen haben.

Schon vor dem Kuss ein schoener Frosch, Fortuna Badestelle unterm Wasserfall, Fortuna

Wenigstens hat Vulkan Arenal am naechsten Tag nochmal kurz aus dem Wolkenvorhang hervorgeschaut und uns gezeigt wie praechtig er ueber dem Staedtchen Fortuna thront.

Vulkan Arenal thront ueber der Stadt Fortuna

Unser naechstes Ziel waren die immer feuchten Nebelwaelder von Monteverde, die mit ihren riesigen Farnen und den moosbewachsenen Baeumen den Besucher in eine verwunschene Maerchenwelt versetzen. Und wir waeren nicht in Costa Rica, wenn es hier nicht auch eine einzigartige Tierwelt zu entdecken gaebe. Bei einer Nachtwanderung sind wir auf eine farbenpraechtige Spinne gestossen, die man fast schon als schoen bezeichnen koennte; ausserdem hat uns die ca. 30cm(!) grosse Riesen-Stabheuschrecke begeistert.

Im Nebelwald von Santa Elena, Monteverdegebiet
Tarantel, Nachtwanderung Monteverde Stabheuschrecke, Nachtwanderung Monteverde

Findige Geschaeftsleute haben eine neuartige Form gefunden, um sich durch den Regenwald zu bewegen: mit der Dschungel-Seilbahn. Bei diesem sogenannten Ziplining saust man gut gesichert am Drahtseil entlang von Baumkrone zu Baumkrone und kann dabei den Regenwald aus einer neuen Perspektive betrachten. Die Seile waren bis zu 1km lang und der Blick ueber die Baumkronen sowie Monteverdes Berge und Taeler war grandios. Fast ein bisschen schade, dass man so schnell darueber hinweg rauscht. Waehrend die normalen Seilbahnen auch fuer Sarah mit ihrer Hoehenangst leicht zu bewaeltigen waren, erforderte die Tarzan-Schaukel schon etwas mehr Mut, denn hier springt man zunaechst mit freiem Fall von einer Plattform bevor der Schwungeffekt einsetzt. Huiiii, da beginnt das Herz schonmal zu rasen!

Friedrich an der Leine Seilbahnfahrt in Monteverde
Neuer Trendsport: Abseiling Friedrich-Superman, Canopytour in Monteverde

Hier im Hochland wurde uns zum ersten Mal richtig klar, was das Wort ¨Regenzeit¨ bedeuten kann. Teilweise hat es von morgens bis abends in Stroemen durchgeregnet, so dass wir staendig durchnaesst waren. Mit dem Wetter wurde dann auch Friedrichs Laune immer trueber. An solchen Tagen konnte man nur darauf warten, dass der Nachtwaechter endlich seine Schicht beginnt. Denn der sonst so stumme Tico, konnte zur Ueberraschung aller aus voller Kehle singen, wenn man ihm eine Gitarre in die Hand gedrueckt hat.

Eigentlich haette hier unsere Berichterstattung ueber Costa Rica enden sollen, denn wir hatten geplant nach Monteverde ins Flugzeug nach Mexiko zu steigen. Leider mussten wir feststellen, dass unsere Airline ¨Mexicana¨ bankrott ist und den Flugverkehr eingestellt hat! Da die Hotline unbesetzt war, hiess es abwarten, ob unser Flug nun ueberhaupt durchgefuehrt wird.

Wir haben beschlossen die Wartezeit an der sonnigeren Pazifikkueste im Nationalpark Manuel Antonio, der fuer seine wunderschoenen Straende beruehmt ist, zu verbringen. In den idyllischen Buchten, die von tropischem Regenwald eingefasst sind, kommen die Tiere naeher als einem lieb ist. Affen und Waschbaeren patroullieren am Strand auf der Suche nach Essbarem. Sie schrecken nicht davor zurueck schlafenden Badegaesten die Taschen unter dem Kopf wegzuziehen. Bei uns hat ein Waschbaer den Versuch gestartet mit unserem Reisefuehrer durchzubrennen. Doch nach einigem Gezerre – der Waschbaer auf der einen Seite und Sarah auf der anderen Seite – hat er den Kampf aufgegeben. Was will ein Waschbaer auch in Mexiko?

Strand im Manuel Antonio NP Wilde Dschungelbucht im Manuel Antonio NP
Totenkopfaeffchen, Manuel Antonio NP Waschbaerfamilie am Strand des "Manuel Antonio NP"

Als wir nach Tagen endlich jemanden bei Mexicana erreichen konnten, hat man uns freundlich mitgeteilt, dass unser Flug nicht durchgefuehrt wird und wir uns einen neuen Flug buchen muessen. Das haben wir getan und sassen 2 Tage spaeter im Flieger nach Mexiko. Was uns da erwartet hat, erfahrt ihr bald im naechsten Artikel…

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From → Costa Rica

4 Kommentare
  1. Hm das mit den Schildkröten ist ja ärgerlich. Zum Glück habt ihr noch schönere Dinge im Regenwald erlebt.

    Was ich mich immer frage: warum will man am Fuße eines aktiven Vulkans wohnen? Eva meinet „fruchtbarer Grund“, OK… Aber trotzdem.

  2. Die Leute in Fortuna wohnen nur dort, weil das alte Dorf von Lava dem Erdboden gleich gemacht wurde. Das jetzige Dorf wird es auch bald nicht mehr geben, weil der Vulkan 6m pro Jahr waechst und die Bewohner bald umgesiedelt werden. Der Grund warum die Leute da sind ist nur fuer den Tourismus. Fruchtbarer Boden ist auch ein Grund. In der Gegend waechst viel Obst und Kaffee.

  3. Sara permalink

    I can’t understand anything your wrote, but I love the pictures! I’ll have to run in through google translate to know what’s going on. 🙂

  4. Gundi permalink

    Hey ihr zwei!

    Supertolle Bilder – es macht jedes mal Freude euren blog zu studieren! Viele liebe Grüße und euch noch tolle Erlebnisse und damit mir noch tolle Berichte! Lieben Gruß aus München von Gundi

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