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Reif fuer die Insel

by - 18 Sep 2010

Strandhunger laesst sich in Panama, wo im Norden das karibische Meer und im Sueden der pazifische Ozean auf das Festland treffen, gut stillen. Doch wer die Wahl hat, hat die Qual und es stelllt sich die Frage, wo man sich zuerst festbeissen soll.
Als wir aus unserem Inseltraum auf den San Blas Inseln aufgewacht sind, haben wir uns entschlossen zur Pazifikseite zur Isla Boca Brava zu fahren. Dort kann man entweder auf schlammigen Pfaden durch den Wald wandern, der die ganze Insel ueberzieht oder man kann Schorchelausfluege in den nahegelegenen Meeres-Nationalpark unternehmen. Eigentlich erstaunlich, dass bisher nur wenige andere Reisende von der kleinen Insel gehoert haben. Vielleicht haelt bisher noch die etwas komplizierte Anfahrt die Besucherstroeme fern: Nachdem man dem Busfahrer das Losungswort „Horconcitos“ zugeraunt hat, wird man mitten im Nirgendwo am Highway aus dem Bus geworfen. Dort muss man dann darauf hoffen, dass ein paar Taxis warten, um eventuell aussteigende Fahrgaeste ueber eine Holperstrasse zum rund 30km entfernten Bootsanleger zu bringen. Falls kein Taxi wartet muss man mit all seinem Gepaeck zu Fuss die ersten Kilometer bis ins naechste Dorf zuruecklegen – diese Vorstellung kann abschreckende Wirkung haben. Wenn man es dann bis zum Bootsanleger geschafft hat, muss man hoffen, dass ein Bootsfuehrer bereit steht, der einen in wenigen Minuten zur Insel uebersetzt. Zum Glueck hat bei uns alles reibunslos geklappt!

Isla Boca Brava

Wir haben gleich am naechsten Tag den Schnorcheltrip mitgemacht, bei dem wir allerdings keine kleinen, bunten Fische unter Wasser, sondern nur grosse graue Meeresbewohner ueber Wasser gesehen haben – es ziehen zu dieser Jahreszeit Buckelwale durch das Gebiet und wir hatten das Glueck, sie aus naechster Naehe beobachten zu koennen! Danach haben wir noch an zwei unbewohnten Inseln mit herrlichen Sandstraenden zum Baden angehalten. Hier haben wir uebrigens auch den Bootsjungen auf die Palme gebracht, damit er uns aus dem Baumwipfel ein paar Kokosnuesse zur Erfrischung zuwirft. 🙂

Ausflug zu anderen Inseln von Boca Brava

Wieder im Hotelzimmer angekommen, sind wir ploetzlich von lautem Gebruell hochgeschreckt. Was ist denn da los? Der Blick aus dem Fenster hat uns verraten, dass eine grosse Familie von Bruellaffen sich vor unserem Zimmer lauthals durch die Baeume schwingt. Am naechsten Tag sind wir bei unserer Inselumrundung nochmals auf Affen gestossen, die ueber unseren Koepfen ihr Mittagessen aus den Baeumen gepflueckt haben.

Affe auf Isla Boca Brava

Da auch das schoenste Inselleben mal nach etwas Abwechslung verlangt, haben wir uns in das Kaffeeanbaugebiet um Boquete aufgemacht. Dort haben wir bei einer sehr informativen Tour auf einer kleinen Plantage alles ueber den Kreislauf der Kaffeebohne vom Strauch uebers Schaelen, Trocknen und Roesten bis in die Tasse kennengelernt. Bei der von uns besuchten Plantage wird die Arbeit von Hand gemacht und von den Maschinen, die der Bauer aus alten Autoteilen selbst gebastelt hat.

Auf der Kaffee Plantage in Boquete Kaffeebohnen trocknen, Boquete
Selbstgebaute Kaffee-Roestmaschinen Kaffee-Experten unter sich

Nach diesem kurzen Abstecher ging es zurueck an die Karibik-Kueste zur Inselgruppe Bocas del Toro. Waehrend die Hauptinsel Colon inzwischen eines der touristischen Hauptziele von Panama ist, wird die Nachbarinsel Isla Bastimentos, wo wir uns niedergelassen haben, von deutlich weniger Touristen besucht. Hier saeumen bunte Holzhaeuser den einzigen befestigten Weg der Insel. Motorisierte Fahrzeuge gibt es hier nicht – auf den meist schmalen, schlammigen Waldpfaden, die sich ueber die Insel ziehen, wuerde man mit einem Auto oder Mofa auch nicht weit kommen.

Bootsanleger, Isla Bastimentos
Picture by Famke Veenstra

Die bunten Haeuser werden zumeist von schwarzen Auswanderern bewohnt. Urspruenglich kamen sie von der umgebenden karibischen Inselwelt, um auf den vielen Bananenplantagen von Panama zu arbeiten. Dass es heutzutage keine Arbeit mehr fuer sie gibt, scheint die wenigsten zu stoeren. Denn mit ein bisschen Fischfang und den paar Touristen kommt man schon ueber die Runden. So findet sich auf den Inseln eine ganz eigene karibische Lebensart, die sich als gemaechlich, wenn nicht als faul bezeichnen laesst. Auf Bastimentos ist es durchaus moeglich, dass im Tante Emma Laden (trotz grosser Nachfrage!) tagelang die Kokosnuesse ausverkauft sind, obwohl sie wenige Meter weiter ueberall an den Baeumen wachsen. Aber um sie zu pfluecken, muesste sich ja jemand aus der Haengematte quaelen! Viel lieber sitzt man den ganzen Tag herum, spielt Domino, tauscht die neuesten Handyklingeltoene aus und unterhaelt sich mit den Nachbarn auf Guari-Guari, dem alten Inseldialekt, bei dem man mal ein englisches, mal ein spanisches Wort ausmachen kann.

Main Street, Isla Bastimentos Das Blaue Haus, Isla Bastimentos
Kiosk, Isla Bastimentos
Pictures by Famke Veenstra

Wir haben es gemacht wie die Einheimischen und die Seele in der Haengematte baumeln lassen. Wir haben schon einige Tage gebraucht, um uns zu einem sehr lohnenswerten Schnorcheltrip aufzuraffen, bei dem wir neben tropischen Fischen auch eine Gruppe transparente Calamari entdeckt haben. Zu unserer Ueberraschung sind wir ausserdem auf eine grosse Gruppe Delfine gestossen, die zeigen wollten, was sie koennen. Sie sind durch die Wellen der vorbeifahrenden Boote geflitzt, sie sind dabei aus dem Wasser gesprungen und haben sich in Schrauben durch die Luft gedreht! Fast war man geneigt, ihnen einen Ball zuzuwerfen, um zu schauen, ob sie ihn auf der Nase balancieren werden! 🙂 Ein unvergesslicher Anblick!
Wir haben auch am sogenannten „Red Frog Beach“ angelegt, wo man die roten Pfeilgiftfroesche entdecken kann.

Red Frog from Red Frog Beach, Isla Bastimentos

Anderntags sind wir zum „Wizard Beach“ gewandert, den die Einheimischen als den schoeneren Strand ruehmen. Wir koennen diese Meinung allerdings nicht unbedingt teilen und vermuten viel eher, dass die meisten die anstrengende Wanderung zum weiter entfernten „Red Frog Beach“ bisher noch gar nicht unternommen haben.

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From → Panama

2 Kommentare
  1. oh toll calamari! und rumhangen! und Strände! & Wärme!
    liebe grüße aus ein sonniges, aber jetzt (dämmerung) wieder kaltes Rotterdam

  2. DDlP permalink

    Buckelwale und Delphine, ich werd ganz neidisch.

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