Skip to content

Oh, wie schoen ist Panama!

by - 17 Sep 2010

Oh, wie schoen ist Panama!

Panama hat gleich zu Beginn drei Ueberraschungen fuer uns bereit gehalten, die unser bisheriges Weltbild ins Wanken gebracht haben.
1. Das Land riecht nicht von oben bis unten nach Bananen.
2. Das Leitungswasser ist trinkbar.
3. Das Klopapier kann die Toilette hinunter gespuelt werden
(und kommt nicht in den Muelleimer).

Von diesem Kulturschock mussten wir uns erst einmal erholen und haben Ablenkung bei einem Ausflug in die Altstadt von Panama City gesucht. Bevor das historische Viertel unter Unesco-Schutz gestellt wurde (im Jahr 2003), verkam es zu einem Slum. Nun sind die Bewohner umgesiedelt worden und die Renovierungsarbeiten sind in vollem Gange. Stellenweise erstrahlen die alten Gebaeude bereits wieder im neuen Glanze. Vermutlich ist ein Besuch zu diesem Zeitpunkt sogar spannender als nach dem Abschluss der Arbeiten, da man diese Phase des Umbruchs sonst als Tourist kaum beobachten kann.

Panamas Altstadt wird saniert Kathedrale ist schon fertig

Es laesst sich allerdings schon jetzt erkennen, dass die Altstadt zwar schoen, aber auch schoen kuenstlich werden wird: Touranbieter, Souvenirshops, Cafes mit der seriellen Gemuetlichkeit von Starbucks und Restaurants mit europaeischer Speisekarte werden die historischen Strassenzuege fuellen. Der Tourist wird dann an das andere Ende der Welt geflogen sein, um hier anstatt panamenischem Lokalkolorit den vertrauten Lifestyle der Heimat vorzufinden.

Panamas Altstadt (Casco Viejo) - Work in Progress Panamas Altstadt (Casco Viejo) - Work in Progress

Trotz unseres begrenzten technologischen Horizontes hat uns auch der Besuch des Panamakanals begeistert! Es ist schon beeindruckend zu sehen, welch riesige Wassermassen (bei jeder Schleusung werden rund 2 Mio Liter Suesswasser ins Meer entlassen) und vor allem was fuer riesige Schiffe durch die Schleusen bewegt werden. 50.000$ betraegt die durchschnittliche Durchfahrtsgebuehr, die sich nach Groesse und Gewicht der Schiffe berechnet. Es werden aber auch Rekordsummen von ueber 300.000$ entrichtet – nicht nur von Frachtern, sondern auch von Kreuzfahrtschiffen! Die geringste Summe zahlte uebrigens Richard Halliburton, fuer nur 36 US Cent durchschwamm er 1928 den Kanal.

Panamakanal, Miraflores Schleusen

Nach dieser Besichtigung konnte endlich der wahre Panama-Urlaub beginnen, der einem faulen Strandleben gewidmet werden sollte. Denn nach 9 Monaten Reisezeit brauchten auch wir mal eine Pause von all den Eindruecken. Welcher Ort eignet sich dazu besser als eine einsame, von Palmen bestandene Karibikinsel?

Land in Sicht - angekommen in der Karibik!

Die Kuna, ein autonomer indigener Volksstamm, besitzen mit den ¨San Blas Islands¨ gleich mehrere hundert solcher katalogreifer Eilande. Sie verkoerpern wohl den Inbegriff paradiesischer Inseln, wo man in einfachen palmgedeckten Holzhuetten am weissen Sandstrand vor tuerkisblauem Meer wohnt. Die San Blas Inseln sind von so unwirklicher Schoenheit, dass man meint, in einem Reisetraum gefangen zu sein. In jedem Fall haben die Inseln eine einlullende Wirkung, die jeden verfuehrt, laenger zu bleiben, als er eigentlich geplant hatte.

Unsere Huette auf San Blas Karibiktraeume werden wahr auf unserer Kuna Insel

Raum und Zeit schmelzen dahin, Gedanken und Bewegungen werden langsamer bis der Koch einen mit seiner Frage ¨Huhn oder Fisch zum Abendessen?¨ vor die schwierigste Entscheidung des Tages stellt. Das Essen bestand mit Reis, Bohnen und Fleisch oder Fisch aus der einfachen aber schmackhaften Kost der Inselbewohner. Zu unserem Glueck hatte der Fischer manchmal aber auch ein paar Langusten im Netz, die wir dann im Ganzen zum Abendessen serviert bekommen haben.

Kuna Mann hat das Segel fest im Griff Hier bewegt sich unser Abendessen noch

Auch wenn die westliche Lebensweise langsam Einzug haelt, zeigen sich vor allem die Frauen noch haeufig in ihrer traditionellen bunt bestickten Tracht. An Armen und Beinen schmuecken sie sich mit bunten Glasperlen-Baendern. Die verheirateten Frauen tragen zudem einen goldenen Nasenring und schneiden sich die Haare kurz. So waren wir durchaus gespannt einen Ausflug in eines der dicht besiedelten Kuna-Doerfer zu machen, wo mehrere hundert Leute auf der Flaeche eines Fussballfeldes zusammen wohnen.

Sarah bekommt Kuna Schmuck Kinder ueben sich im Handstand

Ein anderes Mal haben wir unsere Haengematten fuer einen Schnorchelausflug zu einem Schiffswrack verlassen, das vor einer der Inseln liegt. Die Stroemung hat uns an der Laengsseite des Wracks entlang getrieben, so dass die Korallen und bunten Fische wie auf einer Filmrolle an uns vorbeizogen, ohne dass wir uns selbst bewegen mussten. Wie herrlich, wenn man so faul sein darf! 🙂

Unsere San Blas Insel bei Mr. Robinson Jeden Tag eine frische Kokosnuss!

Nach fast einer Woche haben wir uns loseisen koennen, aber auch nur, weil wir wussten, dass an der Pazifikseite die naechste Insel auf uns wartet…

Advertisements

From → Panama

2 Kommentare
  1. Danke für die schöne Karte! Und cool um etwas über Panama zu lernen, das ist einen Land wovon ich mich vorher eigentlich kein Vorstellung machen könnte.
    liebe grüße!

  2. DDlP permalink

    Ach das Leben als Steuerflüchtling auf einer Karibikinsel hätte also doch gewissen Reiz.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: