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B wie Backpacker

by - 10 Mai 2010

Allgemeine Charakteristika
[backpackerus generalus] Der Backpackerus generalus, im Volksmund auch „Backpacker“ oder „Rucksackreisender“ genannt, gehoert zur Spezies des Travellerensis.
Meist noch im Heimatland wird er von einem Virus befallen, der zunaechst ein Kribbeln in den Beinen und bald darauf ein heftiges Reisefieber verursacht. Einmal befallen verspuert der Backpacker anhaltende Schmerzen in der linken Brustseite, ausgeloest durch Fernweh. In fortgeschrittenem Stadium neigt der Infizierte zu Handlungen, die von seinem sozialen Umfeld u. U. als irrational und als Gefaehrdung der gradlinigen Lebensplanung eingestuft werden. In der Hoffnung auf Heilung wird der bisherige Lebensraum aufgegeben, um unbekannte Gebiete in Streifzuegen zu erkunden und neue Territorien zu erschliessen. Nur wenige Exemplare kehren tatsaechlich geheilt zurueck, bei den meisten Backpackern brechen die alten Wunden bald nach ihrer Rueckkehr wieder auf und sie verspueren ein erhoehtes Durstgefuehl nach mehr Reiseerfahrungen in fernen Laendern.
Unter dem Sammelbegriff Backpackerus generalus werden die verschiedenen Untergruppen von Backpackerus culturalus (weltweite Verbreitung), Backpackerus spiritualis (Hauptverbreitungsgebiet: Indien) und Backpackerus australiensis (Ozeanien) zusammengefasst. Da die Verhaltensweise des Backpackerus australiensis erst kuerzlich genauer untersucht wurde, folgt eine kurze Zusammenfassung des aktuellen Forschungsstandes.
The Backpacker

Backpackerus australiensis
Der Backpackerus australiensis ist mit einem Durchschnittsalter von 19-25 Jahren meist auffallend jung. Er haelt sich vorzugsweise in den Kuestengebieten Australiens auf; wo natuerliche Gewaesser fehlen, begibt sich der Backpackerus austr. auch gerne zu den kuenstlichen Wasserloechern, den „Pools“, seiner Hotelanlage. Beobachtungen aus naechster Naehe legen nahe, dass der Backpackerus austr. seine Hauptnahrungsquelle aus den preiswertesten Sorten australischen Bieres bezieht, die fuer ihren waessrigen Geschmack bekannt sind, aber ihre berauschende Wirkung dennoch nicht verfehlen. Daher kann man den Backpackerus austr. besonders in wasserlosen Gebieten mit grosser Wahrscheinlichkeit an Orten, die ihm als Bierquellen dienen wie Kneipen, Diskos, Bottle-Os (australische Alkohlhandel) oder einfach vor Kuehlschraeken auffinden. Am wohlsten fuehlt er sich jedoch dort, wo er Wasserstelle mit Bierkonsum verbinden kann.
B wie Backpacker

B wie Backpacker
Der Backpackerus austr. besitzt ein geselliges Wesen und ist daher haeufig in Rudeln anzutreffen. In der Gegend um Cairns (noerdliche Ostkueste) wurden wiederholt Gruppen von Weibchen beobachtet, die auf der Suche nach maennlichen Rudeln die Strategie verfolgen, ihren Koerper weitestgehend unbedeckt zu lassen. Eine grelle Bemalung der Gesichtspartie und schrille Ausrufe von Gelaechter deutet die Forschung bisher als Versuch den Maennchen Paarungsbereitschaft zu signalisieren. Fuehren die Weibchen ausserdem auch noch eine Bierflasche mit sich soll dies vermutlich Unkompliziertheit und Gleichgesinntheit zum Ausdruck bringen.
Bei groesseren Versammlungen wird als Alternative zum Bier ein wesentlich preiswerteres, weinhaltiges Getraenk namens „Goon“ gereicht, das in 4l Packungen angeboten wird und fuer einen fruehzeitigen Sprachverlust sowie starke Kopfschmerzen sorgt.
B wie Backpacker
Es kann davon ausgegangen werden, dass der intensive Alkohlkonsum mit der Lethargie und Antriebsschwaeche des Backpackerus austr. in unmittelbarem Zusammenhang stehen. Manche Exemplare wurden beobachtet, wie sie wochenlang ihre Wasserstelle nur zur Nahrungsbeschaffung verliessen und dabei taeglich eine Wegstrecke von weniger als 800m auf einem Rundgang Pool – Supermarkt – Mikrowelle – Pool zuruecklegten. Andere erhoehen ihre Herzfrequenz durch Adrenalinkicks, die sie durch Bungy-Jumping, Fallschirmspringen, Rafting o.ae. provozieren. Viele Exemplare sind durchaus naturverbunden, sie vertreiben sich die Zeit auf langen Brettern in den Wellen des Meeres und besonders die Weibchen geniessen es, wenn sich ihre Haut in Anbetung der Sonne von rot in rostbraun verwandelt.
Waehrend eine deutliche Artverwandschaft mit dem Backpackerus tropicalus, der sich an den Straenden von Thailand findet, festgestellt werden kann, scheinen der Backpackerus austr. und der Backpackerus culturalus nicht dieselbe Sprache zu sprechen. Beide Untergruppen koennen zwar friedlich nebeneinander koexistieren, sie nehmen einander jedoch mit Fremdheit wahr.

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From → Australien

3 Kommentare
  1. Bodil Sch permalink

    Und in welche Untergruppierung darf man Euch dann einordnen 🙂 Hehe, aber jetzt mal im Ernst, also das Paarungsverhalten des Backpackerus austr. ist ja durchaus auch hier vorzufinden bei den 16-22 Jährigen Clubgängerinnen, in Fachkreisen auch Discodancis communis genannt. Vor allem, wie ja bekannt durch meine Studie „Great Sexpectations“ (Schroiff et al.) 29.04.2009, Donnerstag Abends im Max und Moritz. In diesem Sinne, viel Spaß bei weiteren Menschenstudien und natürlich auch den geographischen! Alles Liebe aus München. Bodil

  2. EElP permalink

    Gibt es Studien, ob sich das beschriebene Verhalten auf den backpacker austr. beschränkt und wenn nein, warum dort die sich so verhaltenden Exemplare als backpacker und nicht als homo sapiens aufteten? Jedenfalls ist es schön zu sehen, Sarah, wie sich Dein Völkerkunde-Studium in der Methodenanwendung der vergleichenden Beobachtung auszahlt. Weiter viel Spaß dabei.

  3. Ja, ja, gute Forschung. Dieses Verhalten des primitiven australischen Rucksack-Reise-Typen laesst sich auch sehr gut in Indonesien auf Bali und Lombok beobachten, wo diese Spezies ‚Feier- und Trink-o-Sapiens‘ besonders an Wochenenden zu Saufgelagen auftaucht. Das Verhalten trifft aber auch auf die Rucksacklose Spezie ‚Hausfrauen-Ausflug‘ und ‚Kegelklub‘ zu. Diese sind jedoch auch dem australischen Kontinent zuzuordnen.
    Zum Glueck befinden wir uns in Indien, wo diese Spezies nicht zu finden ist.
    Take Care….

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