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Shanghai

by - 19 Apr 2010

Shanghai hat viele Gesichter und man kann sich dieser Riesenstadt wohl am Besten naehern, indem man einfach durch die verschiedenen Viertel schlendert und versucht die Atmosphaere aufzusaugen.
Wo vor 60 Jahren noch sumpfige Felder jenseits des Huang Pu Flusses zu finden waren, zeigt sich Shanghai heute in „Pudong“ von seiner modernsten Seite. Glaeserne Hochhaeuser, die zu den hoechsten der Welt gehoeren, konkurrieren mit animierten Lichtfassaden um die Aufmerksamtkeit der Betrachter.
Skyline Shanghai (Pudong Area)
Im Bereich der „French Concession“ atmet man europaeische Luft. Gemuetliche Cafes und Kneipen, chique Boutiquen und interessante Gallerien wecken Cappuccino-, Croissant- und Kauflust. Wir haben uns anstecken lassen, zwei kleine Gemaelde gekauft und uns kurz drauf vor einer echt italienischen Pizza wiedergefunden.
Das Viertel zieht eine besondere Klientel an, die zeigen will, dass sie es sich leisten kann. Die Dame praesentiert sich im Twinset, mit Perlenkette und naeselnder Stimme; der Herr mit hochgestelltem Polokragen, Gucci-Sonnenbrille und zurueckgeschleimten Haaren oder bei Glatze alternativ mit dicker Zigarre. Wer davon zuviel hat, braucht nicht weit zu gehen. Unvermutet schnell holt einen die chinesische Realitaet nur wenige Strassen weiter wieder ein. Mitten auf der Strasse putzt man sich hier im Schlafanzug die Zaehne, denn das Waschbecken befindet sich vor dem Haus. Nebenan waescht Omi die Waesche und der Enkel bricht die Muscheln aus. Bettdecken werden ueber Mofas zum Lueften ausgebreitet und das typische Klingelgeraeusch kuendigt bereits den fahrenden Staubwedelverkaeufer an.
Frische Jakobsmuscheln, Shanghai
Auch im modernen Shanghai werden die alten Sitten so schnell nicht abgelegt. So spuckt man weiterhin gerne in die hochmoderne U-Bahn und Kinder werden inmitten der belebten Einkaufsstrasse zum Pinkeln abgehalten. Damit es schnell und unkompliziert geht, sind einige Kinder mit der am Po geschlitzten „Schnellscheisshose“ ausgestattet – praktisch. So werden Windeln gaenzlich ueberfluessig. Gewitzt, diese Chinesen!
Praktisch: die chinesische Schnellscheisshose
Bevor wir China wieder verlassen haben, wollten wir das abendliche Lichtspektakel der Skyline von Pudong noch einmal stilvoll betrachten. Dafuer sind wir in den 87. Stock eines der hoechsten Gebaeude gefahren, um uns in der „Cloud 9“- Bar einen Cocktail zu goennen. Nicht lang waehrte der grandiose Ausblick auf die Autos in Miniaturgroesse und die leuchtende Prachtstrasse, denn in windeseile wurde unser Hochhausturm von einer undurchsichtigen Nebelwolke umschlossen. So hat die Bar ihrem Namen alle Ehre gemacht. Der Cocktail war allerdings tatsaechlich himmlisch!
Als wir mit dem Transrapid zum Flughafen gefahren sind, haben wir Bilanz gezogen und fanden wieder einmal, dass der Monat viel zu schnell vergangen ist. Aufgrund der Sprachbarriere sind wir nur in der Rolle des anonymen Beobachters geblieben. Wir haben nur einen kleinen Ausschnitt von diesem Riesenland mit seinen riesigen Umbruchprozessen sehen koennen. Unsere Fragen sind nicht weniger geworden. Nun sind wir nur neugieriger geworden, welchen Weg China in Zukunft beschreiten wird…

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From → China

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