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Peking und die Chinesische Mauer

by - 27 Mrz 2010

Peking EnteBisher hatten wir den Winter erfolgreich umflogen, aber in Peking hat er uns doch noch eiskalt erwischt. Gerade vom Kamel abgestiegen, haetten wir uns in Peking gleich auf den Schlitten setzen koennen. Als erstes mussten wir kleidungstechnisch aufruesten und haben uns mit Handschuhen und zusaetzlichem Pullover ausgestattet. Mit allen uns moeglichen Kleidungsschichten haben wir uns dann fuer einen medizinischen Checkup ins naechste Krankenhaus begeben. Denn seit Myanmar hatten wir immer mal wieder mit unerklaerlichen Magenbeschwerden zu kaempfen. Es hat sich herausgestellt, dass sich ein Parasit bei uns eingenistet hat, der allerdings ohne medizinische Hilfe von der koerpereigenen Immun-Polizei beseitigt wird. Es gab auch keine Einschraenkung beim Essen, also haben wir uns noch am gleichen Abend eine fettige Peking-Ente einverleibt. Guten Appetit, Herr Parasit!

Zu jedem Pekingbesuch gehoert der Spaziergang durch die „Hutongs“, die engen Gassen mit einstoeckigen Wohnhaeusern mit kleinem Innenhof. Im Zuge des Modernisierungsprozesses mussten viele dieser traditionellen Behausungen den platzeffizienteren Hochhaeusern weichen. Inzwischen hat man aber den urigen Charme der alten Haeuschen wiederentdeckt, so dass heute im Altstadtvierttel ganze Strassenzuege wieder im Stile der Hutongs errichtet werden. Waehrend der Reisefuehrer sentimental von der rustikalen Schoenheit der Bauten schwaermt, wirkten die meisten der alten Hutongs auf uns nur wie halb verfallene, erbaermliche Baracken. Davon kann man nur schwaermen, wenn man selbst darin nicht wohnen muss. Waschbecken und Toilette im Hof ohne funktionierendes Abwassersystem, kein fliessendes warmes Wasser und die Gassen so eng, dass keine Muellabfuhr durchkommt. Die Haeuser broeckeln an allen Enden und Ecken, sind teilweise mit Holzplanken duerftig geflickt – im Winter wird es darin bitterkalt.

Old crappy hutong

Tearing down old hutongs

Diese Haeuser sind schon im Vorhinein nicht fuer die Ewigkeit gebaut. Bei uns lebt es sich in jedem Geraeteschuppen komfortabler! Sicherlich ist es traurig ist, wenn traditionelle Wohnformen verloren gehen. Aber man muss doch eingestehen, dass die bestehenden alten Hutongs die Bedingungen an ein hygienisches, verkehrseffizientes Wohnen nach modernen Lebensstandards nicht erfuellen. Loeblich, dass man sich im Altstadtbereich wenigstens bemueht, die Hutongs in modernisierter Version (breitere Strassen, Kanalisation, bessere Isolierung etc) wieder aufzubauen. Ueberall sonst muessen geistlose und monotone Betonhochhaeuser die Wohnungsnot der viel zu schnell wachsenden Staedte lindern.

Building new hutongs Vorzeige Hutong

Die Residenzen der alten Ming-Kaiser zeichnen natuerlich ein ganz anderes Bild von der alten chinesischen Wohnkultur. Auch im weissen Schneekleid macht der Sommerpalast in Peking eine gute Figur – wir koennen nur hoffen, dass der Kaiser seinen Sommerpalast auch mal im Winter besucht hat. So verschneit war der Palast mit seiner Parkanlage naemlich maerchenhaft schoen!! Die Angestellten hatten allerdings einiges zu tun, als sie die Schneemengen in Koerben abtansportiert haben.

Sommerpalast im Schnee Rotes Raeumkommando

Am naechsten Tag haben wir uns dann zu Pekings hippem Gallerien- und Kuenstlerviertel „Art District 798“ begeben. Der Bezirk hat inzwischen allerdings so riesige Ausmasse angenommen, dass man schon mehrere Tage braucht, wenn man sich alles anschauen will. Wir haben durchaus einige potientielle Wohnzimmerstuecke von Kuenstlern, mit Namen, die man sich nie merken kann, entdecken koennen. Tja, aber seitdem das Viertel auf der touristischen Landkarte markiert ist und sogar von Tourbussen angefahren wird(!), hat auch eine sichtbare Kommerzialisierung eingesetzt; bleibt nur zu hoffen, dass die Qualitaet der kuenstlerischen Arbeiten sowie die Authentizitaet des Viertels darunter nicht leiden…

Pekings Umgebung hat ein wahrlich GROSSES Highlight zu bieten: die Chinesische Mauer!! Wann auch immer wir die Chinesische Mauer mal im Fernsehen gesehen haben, dachten wir uns: „Das muesste man mal mit eigenen Augen sehen!“ Tja, alles eine Frage der Organisation. Nach zweistuendiger Fahrt von Peking standen wir am Fusse der Berge, ueber deren Ruecken sich die Mauer schlaengelt! Wow – wir sind tatsaechlich da!!! Es war ziemlich kalt und als wir in die Seilbahn eingestiegen sind, wurde es nicht waermer. Unsere Sitze waren dick vereist. Wie gut, dass uns zufaellig die Decke aus dem Flugzeug in die Tasche gefallen war und wir sie nun zum Schutze um uns wickeln konnten.

But sooo cold Sarah in the icy cable car

Sarah hat bei der tollen Aussicht sogar ihre Hoehenangst ganz vergessen – bis zu dem Zeitpunkt, als die Bahn ploetzlich gestoppt wurde und die Durchsage ertoente: „Please stay calm; because of too much wind we have to stop the cable car. Do not worry, you are safe in the cable car.“ Angesichts der in weiter Ferne schon deutlich schwankenden Waggons, wurde uns dann aber doch ein bisschen mulmig. Als man bemerkte, dass wir die letzten Passagiere waren, ging es dann aber gluecklicherweise doch gleich weiter. Wenn nicht vor Angst, dann waeren wir bestimmt vor Kaelte da oben gestorben!

Great Wall at Simatai

Drei Stunden sind wir der Mauer in ihrem Verlauf gefolgt und es haette noch ewig weitergehen koennen! Mit jedem Schritt bieten sich neue grandiose Perspektiven. Auch nach Stunden haben wir uns noch nicht satt gesehen, denn der Anblick der Mauer bleibt vor den maechtigen Bergkuppen einfach atemberaubend!

Wir auf der Mauer Great Wall

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From → China

One Comment
  1. Mensch Kinder was macht ihr denn. In Deutschland beginnt der Fruehling und ihr fahrt um die Zeit nach Peking in den tiefsten Winter und friert Euch den Arsch ab. Da habt ihr wohl bei Euren Reisevorbereitungen bissi geschlampt, ne, hehe 😉 Und dann auch noch heimlich einen kleinen Burmesen ausser Landes schmuggeln, wenn das rausgekommen waere!!! Des waeren aber mind. 10 Jahre Zwangsarbeit geworden. Mingalaba!
    Leider funktioniert das Internet in Kathmandu (Nepal) bissi schlecht, deshalb schaun wir uns Eure Bilder das naechste mal an.
    Alles Gute, werdet gesund und bleibt es dann auch.

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