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Myanmar – ein Reisebericht

by - 24 Feb 2010

Shwedagon Paya, Yangon

Da man nach Myanmar fuer einen laengeren Aufenthalt nur per Flugzeug einreisen kann, kommen die meisten Touristen in der Hauptstadt der Herzen, Yangon, an. So auch wir. Kaum zu glauben, dass dies bis 2005 die Hauptstadt war, wenn man die broeckelnden Fassaden, die Stromausfaelle und die unbefestigten Strassen sieht. Das erinnert eher an eine vernachlaessigte Provinzstadt (in der in diesem Fall allerdings 6 Mio. Menschen wohnen).

Friedrich im Tuesday-Corner

Waehrend unserer Tour zu den beeindruckendsten Tempeln der Stadt, haben uns zwei Moenche angesprochen, die uns dann auch den ganzen Nachmittag begleitet haben und uns viel ueber Buddhismus und den Lebensalltag der Moenche erzaehlt haben. Was fuer eine tolle Begegnung!

Blumenverkauf, Trainstation Market

Obwohl wir es moeglichst immer vermeiden wollten, der Regierung unser Geld zukommen zu lassen, haben wir doch unsere erste Etappe mit der staatseigenen Eisenbahn zurueckgelegt. Der Ticketkauf hat eine gute halbe Stunde gedauert, weil wir uns gleich mal mit dem aeusserst liebenswerten Beamten verquatscht haben… Die Bahnfahrt war dann auch ein Erlebnis fuer sich: Bei vollkommener Dunkelheit ist der Zug um 5.30h gestartet – man braucht aber nicht zu glauben, dass das Gefaehrt im Inneren mit Licht ausgestattet gewesen waere. Alle Insassen waren mit Taschenlampen bewaffnet, um nicht ueber fremde Taschen zu stolpern und ihre Sitznummer zu finden. Waehrend der Fahrt ist dann die Schlange der Haendler, die lauthals in den Gaengen allerlei Waren (Essen, Buecher, Shampoo, Tee, Heilsteine) anbieten, nicht mehr abgerissen. Sobald der Zug angehalten hat, haben weitere Verkaeufer ihre Waren von den Gleisen durch die Fenster gereicht. Fazit: Eine Bahnfahrt in Myanmar ist zwar nicht geruhsam, bleibt dafuer aber immer spannend!

Trekking in Kalaw

Ochsenkarren

Friedrich und Kyi

In Kalaw angekommen, haben wir uns mit vier Israelis zusammengeschlossen, um eine dreitaegige Trekkingtour bis zum Inle See zu unternehmen. Die Wanderung ging durch kleine Doerfer und ueber die Bergkuppen hoch und runter und hat wunderschoene Ausblicke ueber das weite Land bereit gehalten.

Wieder einmal hatten wir grosses Glueck mit unserem Guide Mr. Kyi (sprich: Dschie), mit dem man sich hervorragend ueber Gott und Welt unterhalten konnte. Er wusste eine Menge zu erzaehlen vom Leben der Doerfer, den Weisheiten Buddhas und den Heilkraeften verschiedener Pflanzen.

Schon von Anbeginn der Tour an haben wir uns besonders auf die Uebernachtung in einem buddhistischen Kloster gefreut. Bevor wir dort unser Abendessen eingenommen haben, sollte Friedrich erstmal eine Runde Fussball mit den kleinen Moenchen spielen. Dabei war es fuer ihn trotz vielem „You-You“- Gerufe nicht einfach die Paesse zu spielen, weil fuer ihn alle Moenche gleich aussahen und er recht verwirrt war, wer Gegner und Mitspieler sein sollte.

Moenche beim Fussball

Die Nacht haben wir dann in der grossen Gebetshalle geschlafen, wo wir im Morgengrauen einen ganz besonderen Weckruf bekommen haben. Um 5.30h haben sich die Novizen unmittelbar neben unserer Schlafstaette zum Morgengebet versammelt und aus voller Kehle in allen Tonlagen Buddhas Herrlichkeit besungen. Danach wurde fuer die Obermoenche das Fruehstueck hinter unserem Deckenbett bereitet, bevor die Kleinen selbst an der Reihe waren. Durch halb geoeffnete, weil noch immer verschlafene Augen haben wir das Spektakel aus unserem Deckenberg heraus neugierig verfolgt.

Kloster

Vom Kloster war es nur noch ein Halbtagesmarsch zum Inle See, wo wir die naechsten 4 Tage im Staedtchen Nyaungshwe verbracht haben. Da dies einer der Haupttouristenorte von Myanmar ist, hatten wir uns schon auf eine aeusserst kommerzielle Atmosphaere eingestellt. Aber abgesehen von den Pizza, Pasta und Pancake Restaurants wirkte der Ort sehr verschlafen. Es gab nicht mal eine Kneipe/Bar fuer ein gemuetliches Abendbierchen, da die Buergersteige auch hier gegen 21h hochgeklappt werden. Ab Sonnenuntergang musste man sich eh mit der eigenen Taschenlampe durch die unbeleuchteten Strassen bewegen und zum Plaudern trifft man sich besser tagsueber in den lokalen Tea Shops.

Einbeinruderer

Pao Frauen auf dem Markt

Verbotenes Gluecksspiel

Als wir also von unserer ergebnislosen Kneipensuche zurueck in den Innenhof unseres Hotels tappen, sprechen uns aus der Dunkelheit zwei Gestalten an. Und sieh mal einer an, wer sitzt denn da: Andi und Sylvia, das nette Paerchen aus Muenchen! Wir hatten die beiden schon zuvor getroffen und sollten sie auch auf der weiteren Reise immer wieder in Myanmar treffen. Schon beim ersten Treffen haben wir uns darueber amuesiert, dass sie in Muenchen gleich um die Ecke wohnen, wir uns dort aber nie begegnet sind. Offenbar mussten wir erst nach Myanmar fahren, um uns staendig ueber den Weg zu laufen. 🙂

Am naechsten Morgen sind wir zur obligatorischen Bootsfahrt ueber den Inle See aufgebrochen, wo wir nicht nur die beruehmten Einbeinruderer gesehen haben, sondern auch viele Tempel und einen schoenen Markt mit vielen Pao-Leuten(Volksstamm mit Erkennungsmerkmal: dunkle Kleidung und buntes Handtuch um den Kopf) und illegalem Gluecksspiel besucht haben.

Wie in jeder Stadt mit Kloster machen auch in Nyaungshwe morgens die Moenche einen Almosenrundgang durch die Stadt. Anders als in Laos ist das hier aber noch kein touristischer Programmpunkt, so dass hier kein Tourist auf die Idee kommt, dafuer in aller Herrgottsfruehe aufzustehen. Kein Tourist – abgesehen von Sarah und Friedrich. Um sechs Uhr standen wir frierend, eingepackt in mehrere Schichten Kleidung, an der Kreuzung und haben uns mit einigem Abstand der Prozession angeschlossen.

Vielschichtig gegen die Kaelte am Morgen

Die kleinen Moenche haben sich immer wieder kichernd nach uns umgeschaut und wollten mit uns auf burmesisch ins Gespraech kommen. Das fruehe Aufstehen hat sich mal wieder richtig gelohnt!

Mehr spannende Erlebnisse von den naechsten Reisestationen folgen in „Myanmar – zwei Reisebericht“…

Alle Fotos von Myanmar auf Flickr.

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From → Myanmar

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