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Burmesische Besonderheiten

by - 14 Feb 2010

Noch bevor man nach Myanmar einreist, wird man bereits mit der ersten Absurditaet des Landes konfrontiert: Da es im ganzen Land keinen Geldautomaten gibt und man auch am Bankschalter kein Geld bekommt, muss man sich als Auslaender vor der Einreise mit genuegend US-Dollar (natuerlich nur druckfrisch, unverknittert und Achtung bei der Seriennummer) ausstatten. Vor Ort muss man seine Dollar dann in die Landeswaehrung „Kyat“ tauschen, die man ausserhalb Myanmars nicht bekommt. Tja, da hat man schon ein etwas mulmiges Gefuehl, wenn man mit 2500$ in der Tasche das Land betritt und dann auch noch die erste Nacht im Schlafsaal uebernachten muss.
Wie immer hofft die Regierung darauf, bei Transaktionen kraeftig mitzuverdienen, so dass bei jeder Bank (die alle der Regierung gehoeren) ein Dollar nur noch die Haelfte wert ist und man fuer einen Dollar umgerechnet nur 50 US Cent in Kyat zurueckbekommt – die andere Haelfte fliesst direkt ins Portemonnaie der Regierung. Also tauscht man stets nur auf dem Schwarzmarkt, wo man doppelt so viel Kyat fuer seinen Dollar erhaelt. Damit ist das Kapitel ums liebe Geld aber noch nicht abgeschlossen. Man traegt nicht nur eine grosse Summe, sondern auch eine grosse Menge Geld mit sich rum. Denn wenn man seinen Hundert-Dollar Schein wechselt, bekommt man 100 Tausend-Kyat Scheine zurueck. Ja richtig, der hoechste burmesische Schein ist umgerechnet einen Dollar wert und man bekommt beim Geldwechsel riesige Geldbuendel in Plastiktueten ueberreicht. Selbst auf den Ein-Dollar Schein koennen aber viele nicht rausgeben und so bekommt man sein Wechselgeld auch schonmal in Form von Kaugummis oder Schokodrops zurueck, wenn auch der Nachbarladen nicht mit Wechselgeld aushelfen kann.

Bereits am Flughafen springen einem zumindest zwei weitere Besonderheiten ins Auge. Erstens: Mann traegt Rock, den sog. Longyi, den mann sich geschickt vor dem Bauch festknotet. Schaut mal wie chick Friedrich mit seinem Longyi aussieht:
Friedrich im Longyi
Jungs beim Fussball

Zweitens: Frau traegt Tanaka, ein Sonnenschutzmittel, Make-Up und Anti-Ageing Produkt aus geriebener Baumrinde auf dem Gesicht, die frau 2x taeglich aufs Gesicht appliziert. Jede Frau folgt dabei ihren persoenlichen Vorlieben, manche bevorzugen grosse Kreise auf den Wangen, andere Rechtecke unter den Augen mit dickem Strich auf der Nase und wieder andere kleistern das ganze Gesicht ein ohne Ruecksichtnahme auf geometrische Grundmuster. Und weil es so gut ist, werden egal ob Bub oder Maedl alle Kinder grosszuegig mit Tanaka versehen.
Verkaueferin am Trainstation Market

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From → Myanmar

6 Kommentare
  1. Sehr kleidsam! Und Sarah hat sich hoffentlich ein schickes Kleid aus 1000 Kyat Noten genäht.

  2. Frischi soll jetzt nur noch dreads wachsen lassen, hehe
    Und die frauen lassen der tanaka den ganzen tag aufs gesicht? oder nur morgens und abends 😉

  3. Rupert permalink

    gibt’s keine knödel in myanmar? Frischi iss was!

  4. Also:
    @Eva: Die Dreads, die ich hier in Indien an den Touristen sehe, haben eine sehr abschreckende Wirkung auf mich! Die sehen sooooo ungepflegt aus!
    Das Tanaka wird morgens und abends nach dem Gesicht waschen aufgetragen und bleibt dann idealerweise 24 Stunden im Gesicht!

    @Rupert: Es gab in Myanmar nur tibetanische Knoedel, die heissen Momos und die gibts hier in Indien auch in tibetanischen Restaurants! Ich habe viele davon gegessen. Was soll ich denn noch mehr essen, wenn ich keinen Hunger mehr hab!
    Ausserdem gewoehne ich mich an die Kost und nehme langsam wieder zu!

  5. judipuh permalink

    ja friedrich, du bist ja nur noch ein strich in der landschaft! liebe grüße aus düsseldorf von mareike und cro und judy! wir sind alle sehr neidisch auf euch!!! kusskuss bleibt gesund!

Trackbacks & Pingbacks

  1. Master Sam – Brimborium

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